
Kurze Vorstellung des Heiligen Grabes von Ellhofen.
Der Unterbau und die Mitte zeigen das Kreuz Christi als Zeichen der Erlösung. An das letzt genannte christliche Symbol sind sowohl der Tod als auch der Teufel angekettet. Die beiden Seiten stellen auf den zum Chor weisenden Teil den Stammbaum Marias dar, der sich aus Abrahams Schoß entwickelt hatte.
Auf der Türtafel wird dem Betrachter der Sündenfall der Menschheit angedeutet. Hier sind unsere Stammeltern Adam und Eva unter einem Apfelbaum dargestellt. Darüber erkennt man zwei Bildtafeln mit den Szenen, die das Leiden Christi symbolisieren, nämlich die Geißelung und die Dornenkrönung. Die aus Holz gefertigten Kulissen, welche diese Schaubühne umrahmen, sind jeweils mit einem weissagenden Propheten aus dem alten Bund bemalt. Über der Gesamt-konzeption tragen nette typisch gestaltete Barockengel die Marter-Werkzeuge, die wir aus der Leidensmission Christi kennen. Die Malerei ist das Werk eines für die damalige Zeit hervorragenden, aber unbekannten Künstlers. Es könnte sein, dass der Maler sich damals auf der Durchreise in unserer Gegend befand. Es war damals üblich, dass z. B. Kirchenmaler, die im Moment keinen Auftrag zu erledigen hatten, solche kleineren Arbeiten gerne angenommen hatten, ehe sie weiterzogen, z. B. in Richtung Südtirol oder Oberitalien.
Das Besondere an diesem Ellhofer Heiligen Grab besteht aber darin, dass es in der Region wohl die einzig erhaltene Schaubühne ist, die noch aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt, um geistliche Schauspiele auf spektakuläre Weise durchführen zu können. In Ellhofen war bis zum ersten Drittel des 19. Jahrhunderts eine weithin bekannte Theater- tradition vorhanden. Vor allem großartige Passionsspiele, ganz im Geiste des Jesuitentheaters, wurden hier vor Ort praktiziert. Leider fand dieses großartige Spektakel ein jähes Ende; bedingt durch neue bayerische Verordnungen. Das letzte Passionsspiel, das in unserem Ort aufgeführt wurde, fand im Jahre 1823 statt.
